Anlagen in Auslandswährung, Aktien & Co: Was bedeutet der Brexit für meine Geldanlage?

Viele Anleger zeigen sich angesichts des Brexits verunsichert, sie fürchten um ihr Geld. Grundsätzlich gilt: Trotz der politischen Turbulenzen sollte niemand in Panik verfallen. In vielen Bereichen der Kapitalanlage müssen Sparer keine unmittelbaren Auswirkungen befürchten, das gilt insbesondere für Tages- und Festgeldkonten. Bei Anlageformen wie Aktien und Anleihen raten die meisten Experten dazu, Ruhe zu bewahren. Anders könnte es bei Investitionen in das britische Pfund aussehen.

Festverzinsliche Anlagen: Einlagensicherung und Zinsentwicklung

Wer sein Geld auf Tages- und Festgeldkonten oder in festverzinslichen Sparplänen angelegt hat, muss sich aufgrund des Brexits keine Sorgen machen. Diese Sparer spüren keine direkten Effekte. Sie erhalten weiterhin ihre Zinszahlungen, die Einlage bleiben sicher. In der gesamten EU schützt die gesetzliche Einlagensicherung bei einer Insolvenz mindestens 100.000 Euro pro Sparer und Bank. Betroffene fragen sich zudem, ob der Brexit die Europäische Zentralbank zu Zinssteigerungen veranlassen könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist niedrig. Der Ausstieg der Briten aus der EU könnte zu einer Konjunkturabschwächung führen, in diesem Fall würde die EZB zur Förderung des Wachstums ihre Niedrigzinspolitik beibehalten.

Fremdwährungskonten und Anlagen bei britischen Banken

Risiken bestehen bei allen Kapitalanlagen in Pfund. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sparer bei einer deutschen Bank ein Fremdwährungskonto führen oder direkt in Großbritannien Geld in der Auslandswährung angelegt haben. Seit dem Referendum über die EU-Mitgliedschaft schwanken die Wechselkurse zwischen dem Euro und dem Pfund stark, insgesamt hat das Pfund deutlich abgewertet. Konkret bedeutet das: Bei einem Rücktausch verzeichnen Sparer weniger Euro, sie verlieren Vermögen. Vor allem bei einem unkontrollierten Austritt ohne Deal droht eine weitere Abwertung. Verfügen Anleger über festverzinsliche Geldanlagen bei britischen Banken, brauchen sie sich nicht wegen eines Totalverlusts zu ängstigen. Auch in Großbritannien gibt es eine Einlagensicherung, diese beträgt 75.000 Euro Pfund. Viele Banken mit Niederlassungen in Deutschland gehören zusätzlich der freiwilligen Einlagensicherung des Bankenverbands mit einer noch besseren Absicherung an.

Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte

Aktienhändler mögen keine Unsicherheiten, entsprechend nervös reagieren sie auf die aktuelle Situation. Die meisten würden es begrüßen, wenn Großbritannien den Austritt absagt. Sie könnten jedoch auch mit einem Ausstieg leben, sofern dem eine Vereinbarung mit der EU zugrunde liegt. Das Horrorszenario ist ein Brexit ohne Deal, weil es zu wirtschaftlichen Verwerfungen kommen könnte. Experten empfehlen, nicht überstürzt Wertpapiere zu verkaufen. Die momentanen, ungewöhnlichen Kursschwankungen beruhen auf dieser Nervosität sowie Spekulationsgeschäften.

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Bild: Bigstockphoto.com / JJFarquitectos

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