Was ist der Clean Price?

Der Clean Price bezieht sich auf Finanzinstrumente, die einen festen Zinsauszahlungstermin besitzen. Wechseln diese Finanzinstrumente zwischen den Zinsauszahlungsterminen den Besitzer, ergibt sich das Stückzinsproblem, das heißt es stellt sich die Frage, wie mit den zwischenzeitlich aufgelaufenen Zinsen umgegangen wird.

Anleihen werden in den meisten Fällen ex Kupon (auch clean price genannt) notiert, während Aktien normalerweise cum Kupon (auch dirty price genannt) notiert werden. Der Clean Price bezeichnet den momentanen Kurs eines bestimmten Finanzinstruments, ohne die seit dem letzten Zinsauszahlungstermin aufgelaufenen Zinsen mit einzurechnen. Das heißt, diese so genannten Stückzinsen werden bei der Bestimmung des Kurses ausgeklammert.

In einem konkreten Beispiel bewirkt dies Folgendes: Erwerben Sie eine Anleihe, die einen festen Zinsauszahlungstermin besitzt, so hat diese Anleihe zum Zeitpunkt des Kaufes seit der letzten Zinsperiode Zinsen abgeworfen, die grundsätzlich dem Vorbesitzer der Anleihe zustehen. Sie werden bei dem Kurswert der Anleihe nicht angegeben und Sie zahlen ausschließlich den aktuellen Kurswert der Anleihe.

Insbesondere bei Anleihen wird der Clean Price angewendet, um damit unnötige Kursschwankungen zu vermeiden. Dadurch, dass der Clean Price von täglichen Kursschwankungen ausgeschlossen ist, ist er sehr viel stabiler als ein Dirty Price und gibt die Stimmung des Marktes sehr viel klarer wieder. Sein Kurs ist nicht von dem entsprechenden Tag in Relation zur Zinsperiode abhängig, sondern gibt die die Interessenraten oder die Kreditqualität seines Besitzers unverfälscht wieder. Aus diesem Grund werden die Preise für Anleihen in Amerika grundsätzlich als Clean Price angegeben. In vielen anderen Märkten ist es jedoch auch üblich, den Dirty Price von Anleihen zu notieren.

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