Was ist angebotsorientierte Wirtschaftspolitik?

Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik ist gekennzeichnet dadurch, dass jegliche Rahmenbedingungen politischer und juristischer Art darauf ausgelegt werden, die Herstellungskosten inländischer Produkte so niedrig wie möglich zu halten. Durch Lohnzurückhaltung, Zollunionen, wenige Lohnnebenkosten und niedrige Unternehmenssteuern wird so in einem Land der niedrigste Aufwand für einzelne Produkte geleistet, sodass der Export dieses Landes steigen wird.

Einzelne Maßnahmen an Beispielen

Niedrige Unternehmenssteuern haben in den 2000er Jahren dafür gesorgt, dass aus dem zuvor strukturarmen Irland bis zur Finanzkrise ein kleines und hochmodernes Wirtschaftswunderland wurde mit Wachstumsraten um die 10 %. Damit einher ging natürlich der Verlust von Arbeitsplätzen und Unternehmen im konkurrierenden EU-Ausland. Und kurzfristig war das Wachstum für Irland sehr befruchtend, doch lang anhaltendes Wirtschaften mit dem Ausbau mehrerer Wirtschaftsbereiche wurde von der irischen Wirtschaftspolitik verpasst, sodass die riesige und aufgeblähte Dienstleistungslandschaft Irlands wenig stabil war und im Zuge der Finanzkrise nahezu komplett implodierte. Das deutsche Wachstum nach 2000 hing ebenfalls mit Angebotsorientierter Wirtschaftspolitik zusammen. Durch die Agenda 2010 wurden die Löhne im Dienstleistungssektor extrem gesenkt und zugleich die sogenannten Lohnnebenkosten gekürzt. Geringere Unternehmens- und Vermögenssteuern sollten die Investitionen ankurbeln, doch diese blieben auf niedrigem Niveau. Die Exporte wuchsen ins fast Unermessliche, wodurch die Eurokrise verstärkt wurde.

Globale Auswirkungen der Angebotsorientierten Wirtschaftspolitik

Sobald sich ein Staat entschließt, angebotsorientiert vorzugehen, reagiert der Wechselkurs der Währung mit einer Abwertung. Doch in einer Gemeinschaftswährung wird mit dieser Politik der Export erhöht und gleichzeitig Wirtschaftskraft aus den Nachbarländern gesogen. Denn um in der Zukunft konkurrieren zu können, müssen alle Nachbarländer ebenfalls Löhne und Kosten senken, sodass sich eine Spirale der Deflation entspinnen wird. Momentan in der Eurozone sehr gut zu beobachten.

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