Zinssatz im Interbankengeschäft – FIBOR

FIBOR steht für Frankfurt Interbank Offered Rate und bezeichnet einen historischen Zinssatz im Interbankengeschäft am Frankfurter Geldmarkt. Der FIBOR wurde 1985 erstmals ermittelt und 1999 im Zuge der Europäischen Währungsunion durch den EURIBOR abgelöst.

Berechnungsgrundlage und -methode

Der FIBOR stellte eine Durchschnittsgröße dar und zeigte den Zinssatz an, zu dem Banken am Börsenplatz Frankfurt am Main untereinander DM-Termingeld liehen. Der FIBOR wurde täglich auf der Grundlage entsprechender Meldungen von insgesamt 19 Kreditinstituten in Frankfurt durch den Informationsanbieter Telerate ermittelt und jeweils um 11:00 Uhr veröffentlicht. Gemeldet wurden dabei Angebotssätze für DM-Termingelder mit einer Laufzeit von 1 bis 12 Monaten. Die Berechnung erfolgte als Durchschnittswert, wobei die jeweils zwei höchsten und niedrigsten gemeldeten Werte nicht berücksichtigt wurden, um Einflüsse von Ausreißern zu vermeiden. Der FIBOR verfolgte damit ein dem bekannten und bereits seit längerem etablierten LIBOR (London Interbank Offered Rate) vergleichbares Berechnungskonzept.

Ablösung durch EURIBOR und EONIA

1996 wurde zusätzlich auch eine FIBOR-Berechnung auf der Basis von Tagesgeld-Sätzen eingeführt und als FIONIA (Frankfurt Interbank Over-night Indexed Average Rate) veröffentlicht. Er wurde ebenfalls mit der Europäischen Währungsunion durch den EONIA abgelöst. EURIBOR und EONIA verfolgen als Durchschnittssätze den gleichen Zweck wie FIBOR und FIONIA, werden aber auf europäischer Ebene und auf einer breiteren Bankenbasis ermittelt.

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Referenzzinssatz und Orientierungsgröße

Der FIBOR besaß über seine reine Funktion im Interbanken-Geldhandel hinaus Bedeutung. So war er Referenzgröße für viele Finanzinstrumente, zum Beispiel variabel verzinsliche Anleihen. Seine Veränderungen galten als wichtige Signale für die allgemeine Zinsentwicklung und dienten als Orientierungsgröße für Zinsanpassungen im Einlagen- und Kreditgeschäft.