Was hat es mit der Garantieverzinsung der Lebensversicherung auf sich?

Mit einer Kapitallebensversicherung können nicht nur die Angehörigen für den Todesfall abgesichert werden, sondern es lassen sich auch beträchtliche Beträge ansparen. Die kapitalbildende Lebensversicherung zählte daher viele Jahrzehnte lang zu den beliebtesten Formen der Altersvorsorge. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase entscheiden sich aber immer weniger Menschen für diese Police.

Sparen fürs Alter: die klassische Lebensversicherung

Anders als bei einer Risikolebensversicherung, die nur im Todesfall ausgezahlt wird, handelt es sich bei einer Kapitallebensversicherung im Wesentlichen um einen langfristigen Sparvertrag mit zusätzlicher Versicherungsleistung. Die Beiträge, die der Versicherte über mehrere Jahrzehnte leistet, werden angespart und zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt in Gänze ausgezahlt. Da die Versicherungsgesellschaften das Geld für Investitionen verwenden, kann zusätzlich eine Überschussbeteiligung fällig werden, deren Höhe von dem erwirtschafteten Gewinn abhängig ist.

Außerdem wird der Sparanteil natürlich verzinst, wobei die maximale Höhe dieses Zinses, der sogenannte Garantiezins, vom Gesetzgeber festgelegt wird. Derzeit liegt dieser bei nur noch 0,9 Prozent bei einem Vertragsneuabschluss, wobei einige Versicherer diesen Zinssatz sogar noch unterschreiten. Die Anteile des Versicherungsbeitrags, die auf den Todesfallschutz, die Abschlussprovision und die Verwaltungskosten entfallen, werden darüber hinaus nicht verzinst.

Geringe Rendite durch niedrige Zinsen

Durch die ungünstige Zinsentwicklung der vergangenen Jahre ist auch die Garantieverzinsung bei der Lebensversicherung stark gesunken. Da dennoch weiterhin Beträge für die Verwaltungskosten abgezogen werden, fällt deshalb die Rendite vielfach deutlich geringer aus als bei anderen Anlageformen. Inhaber von Altverträgen sollten dennoch nicht überstürzt kündigen, denn die vertraglich festgelegten Garantieversprechen behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Darüber hinaus zahlen die Versicherungen bei einer Kündigung nur den aktuellen Rückkaufwert der Versicherungspolice aus, so dass meist Geld verloren geht. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Police zu verkaufen, wobei neben dem Rückkaufwert ein Aufschlag gezahlt wird.

Wer derzeit einen Neuvertrag abschließen will, sollte angesichts der niedrigen Garantiezinsen im Vorfeld genauestens prüfen, ob es nicht bessere Alternativen gibt. Je nach persönlicher Schwerpunktsetzung kann beispielsweise eine reine Risikolebensversicherung sinnvoller sein, um die Familie gegen negative Folgen beim Tod des Hauptverdieners abzusichern. Wenn die eigene Absicherung im Alter im Vordergrund steht, könnte eine klassische Rentenversicherung interessant sein. Die Webseite www.rente-mit-dividende.de nennt weitere Möglichkeiten für eine sinnvolle Altersvorsorge. Zudem gibt es mit fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen sowie der Index-Rentenversicherung inzwischen modernere Versicherungsprodukte, die den Todesfallschutz mit Kapitalbildung verbinden.

Bild: Bigstockphoto.com / AndreyPopov

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