Inhaberaktien

Inhaberaktie: Ein Teil der Firma gehört mir

Eine Inhaberaktie ist eine Aktie, die auf den Inhaber lautet, der hiermit als Berechtigter ausgewiesen wird. Dieser kann alle Rechte, die mit dieser Aktie verbunden sind, geltend machen. Weil im Unterschied zu einer Namensaktie keine bestimmte Person ausgewiesen ist, lässt sich die Inhaberaktie formlos übertragen und übereignen. Zwischen der Aktiengesellschaft udn dem Inhaber der Aktie, dem Aktionär, ist der Kontakt anonym. Der Paragraf 10 des Aktiengesetzes erlaubt es, Namensaktien und Inhaberaktien herauszugeben. 2012 wurde eine Aktienrechtsnovelle in einem Regierungsentwurf beraten, die möglicherweise 2013 verabschiedet werden soll. Darin soll für Inhaberaktien der Einzelverbriefungsanspruch rechtmäßig ausgeschlossen werden. Nach den Vorstellungen der OECD soll hiermit die Geldwäsche bekämpft werden, welche sonst durch anonyme Inhaberaktien relativ einfach sei. Wenn Anteile von Sammelurkunden übertragen werden, entstehen für die Ermittlungsbehörden eventuell nachvollziehbare Kontenbewegungen. Ursprünglich hatte der Referentenentwurf noch vorgesehen, die Inhaberaktie zu streichen.

Die erste Inhaberaktie in Deutschland wurde 1688 von der Brandenburgisch-Amerikanischen Compagnie ausgegeben. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts waren lediglich die Eisenbahnaktien als Inhaberaktien ausgegeben, alle anderen Aktien in Deutschland waren Namensaktien. Wie alle anderen Aktien auch, beurkunden die Inhaberaktien, dass der Aktionär Mitglied einer Aktiengesellschaft ist mit allen Rechten und Pflichten. Das sind die Stimmrechte, der Dividendenanspruch, die Pflicht zur Leistung von Einlagen und das Recht, in der Hauptversammlung Auskunft zu erhalten.
Bei Inhaberaktien wird die Einladung zur Hauptversammlung von der jeweiligen Depotbank an die Aktionäre weiter gegeben. Wer die Bescheinigung vorlegt, dass seine Aktien im Depot hinterlegt sind, kann auf der Hauptversammlung sein Stimmrecht anmelden und wahrnehmen. Inhaberaktien sind schnell übertragbar und leichter von der Aktiengesellschaft zu verwalten, als Namensaktien, für die ein Register zu führen ist.