Inferiore als wirtschaftliche Indikatoren

Inferiore in Mikroökonomie und Haushaltstheorie

Ohne ein Studium der Wirtschaftswissenschaften wird man eher selten über den Begriff des inferioren Gutes stolpern. Der Begriff aus der Haushaltstheorie der Mikroökonomie mag den meisten fremd sein, obwohl sie täglich mit solchen Gütern konfrontiert werden. Inferiore oder verständlicher – Nichtluxusgüter – werden umso häufiger konsumiert, je weniger finanzielle Mittel einem Haushalt zur Verfügung stehen. Demzufolge besitzen inferiore Güter eine negative oder bestenfalls eine unterproportionale Einkommenselastizität. Nach der Höhe der Einkommenselastizität unterscheidet man relativ inferiore Güter mit niedriger Elastizität und absolut inferiore Güter mit negativer Elastizität.

Inferiore vs. Superiore

Das Gegenteil von inferioren Gütern sind superiore Güter. Diese sogenannten Luxusgüter besitzen eine überproportionale Einkommenselastizität in Höhe von mindestens eins, was bedeutet, dass sie mit steigendem Einkommen stärker konsumiert werden. Am besten lassen sich inferiore und superiore Güter an Beispielen aus dem Bereich der Nahrungsmittel veranschaulichen. Stehen finanzielle Mittel nur eingeschränkt zur Verfügung, werden vermehrt geringwertige inferiore Güter konsumiert, wie man sie in Lebensmittel-Discountern findet. Superiore Güter dagegen können sich nur wohlhabende Haushalte leisten. Zu diesen Gütern zählen hochwertige Lebensmittel wie Kaviar, Hummer oder Champagner.

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Bedeutung für VWL und Marketing

Für die Volkswirtschaftslehre haben inferiore Güter eine wichtige indikative Funktion. Das bedeutet, dass anhand der Beobachtung der Nachfrage dieser Güter Veränderungen in der Einkommensstruktur festgestellt werden können. In Kombination mit anderen Indikatoren können damit treffsichere Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung angestellt werden. Doch auch für Fachbereiche der Betriebswirtschaftslehre ist die Theorie der inferioren Güter von Interesse, hierbei vorrangig für das Marketing. Anhand von detaillierten Markt- und Kundenanalysen kann das Angebotsverhältnis zwischen inferioren und superioren Gütern genau auf den Bedarf in der Bevölkerung abgestimmt werden. Inferiore – eine einfache Theorie von vielfältigem Nutzen.

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