Geschäftsverkauf professionell managen

Egal ob Traditionsbetrieb der Familie oder erfolgreich begonnenes Start-up – ein Geschäftsverkauf ist stets eine emotionale Sache. Eine sachliche Vorbereitung und objektive Entscheidungen sind wichtig, um alle Stakeholder bei der Stange zu halten.

Geheimnistuerei ist fehl am Platz

Im ersten Schritt der geplanten Veräußerung werden Sie wichtige Kennzahlen und Informationen über das Unternehmen zusammenstellen. Verträge mit Zulieferern und Kunden, Arbeitsverträge und Aussagen zur Qualifikation der Mitarbeiter, je nach Unternehmensform auch Gesellschafterverträge sind zu sichten und auszuwerten. Möglicherweise gibt es schon zu einem so frühen Zeitpunkt einen Kaufinteressenten, der eine sogenannte Due-Diligence-Prüfung veranlasst. Das alles geht nicht unbemerkt über die Bühne. Mitarbeiter in der Verwaltung und in der Buchhaltung sind eingebunden, fremde Gesichter werden im Betrieb wahrgenommen. Das schürt Gerüchte, Angst und Stress. Und falls Sie in einem Alter 60+ sind, braucht man nur eins und eins zusammenzuzählen, um zu wissen, was da im Busch ist. Gehen Sie die Sache doch anders an. Reden Sie offen über den geplanten Firmenverkauf. Die meisten Befürchtungen Ihrer Mitarbeiter sind nämlich völlig unbegründet und lassen sich mit einem Blick ins Gesetz – etwa zum Thema Betriebsübergang – leicht zerstreuen. Machen Sie zudem deutlich, dass die Belegschaft einen wesentlichen Teil des Unternehmenswerts darstellt. Das Geschäftsmodell mag Ihr Lebenswerk sein, aber ohne Fachkräfte bleibt es tot und unverkäuflich.

Kaufinteressenten aus den eigenen Reihen

Der transparente Umgang mit den Verkaufsabsichten hat einen weiteren Vorteil: Vielleicht sind ja ein oder mehrere Mitarbeiter daran interessiert, den Betrieb als neue Eigentümer weiterzuführen. Sie kennen den Laden, sowohl fachlich als auch wirtschaftlich, wissen um Chancen und Risiken. Banken stehen bei der Kreditfinanzierung solchen Nachfolge-Modellen durchaus aufgeschlossen gegenüber, wenn die Zahlen stimmen. Alternativ nutzen Sie Ihre beruflichen Kontakte, sowohl horizontal zu Mitbewerbern oder Firmen mit komplementärem Produktprogramm als auch vertikal zu Lieferanten und Abnehmern. Erhalten Sie auf diesem Weg keine zufriedenstellenden Angebote, suchen Sie Kaufinteressenten über Unternehmensbörsen. Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrer zuständigen IHK oder Handwerkskammer. Auch die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin führt mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums ein Verzeichnis unter der Internet-Adresse nachfolge-in-deutschland.de.

Bild: Bigstockphoto.com / nuoil830

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