Cost of Carry: Nettofinanzierungskosten

Den Begriff „Cost of Carry“ kann man auch mit dem deutschen Terminus Haltekosten bezeichnen. Hierunter versteht man eine vorgestellte Summe sämtlicher zahlungswirksamer Nettofinanzierungskosten. Diese Summe entsteht anlässlich eines physischen Verhaltens von einem spezifischen, lagerfähigen Wirtschaftsgut. Dieses kommt solange auf Rechnung, bis es an dem jeweiligen Bestimmungsort nach Ablauf einer vorab vereinbarten Frist planmäßig verwendet wird. Ein Terminkauf wird hierbei allerdings nicht getätigt.

Bei Covered Warrants versteht man unter den Cost of Carry die Finanzierungskosten des jeweiligen Stillhalters für den gesamten Deckungsbestand. Die Kosten ergeben sich in dem Zuge aus der entsprechenden Differenz zwischen den Kosten für die Refinanzierung des Deckungsbestands sowie den vereinnahmten Beträgen. In den Warenterminkontrakten hingegen versteht man unter den Cost of Carry Versicherungs- und Lagerkosten, die zu der Bestandshaltung für jeweiligen Waren und den Zinskosten für eine Finanzierung der Warenbeschaffung minus der Dividenden bei den Finanzaktiva sowie der Zinserträge anfallen. Somit sind die Cost of Carry auch ein Grund für die Unterschiede bei den Kassa- und den Future-Preisen im Bereich des Kontrakthandels.

Konkret bedeutet dies: Wer heute ein bestimmtes Gut auf unverzügliche Lieferung hin erwirbt, um einen künftigen Realbedarf vorsorglich zu decken, der muss dessen Kaufpreis finanzieren und in aller Regel sofort auslegen. Daher sind neben den reinen Finanzierungskosten auch Bestandhaltungs- sowie Bringungskosten bis zu dem Zeitpunkt der Nutzanwendung aufzuwenden. Im Gegensatz dazu kommt es bei dem Erwerb eines Gutes über einen Futures-Kontrakt nicht zu einem Soforterwerb, da zwischen dem Vertragsabschluss und der Erfüllung mehrere Tage oder sogar Wochen oder Monate liegen können.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: