Soziale Beziehungen im Betrieb: Human Relations

Die Human Relation wurde im Zuge der großen Depression in den 1930er Jahren in die Wirtschaftslehre eingeführt und verlagerte den Blick von den rein prozess- und anlageorientierten Grundlagen auf das menschliche Verhalten. So wurden das Marketing und die Human Ressources beispielsweise interessant, um die eigenen Produkte besser werden zu lassen, als auch den Bedarf und Umsatz zu steuern. Es zählten nicht mehr nur die trockene Theorie des homo oeconomicus, sondern es wurde vermehrt auf menschliche Bedingungen und eben soziale Interaktionen und Bedeutungen geblickt. Unter Einbeziehung der Soziologie und selbst der Geschichtswissenschaft konnte empirisch belegt werden, dass der Mensch mit seinen emotionalen und psychischen Eigenschaften eben nicht ausnahmslos rational handelt, wie vorher vielfach angenommen wurde. Eher im Gegenteil ist die Komplexität zwischenmenschlichen Handelns und Wirtschaftens noch nicht gänzlich verstanden und überraschende Wendungen können zu Tage treten.

Die Wirtschaft als soziales Handeln

In der aktuellen Wirtschaftslehre hat die Human Relation aber keine übergreifende Gültigkeit in allen Theorien. Sobald Unternehmen als die größten Treiber der Konjunktur gesehen werden, weil die Investitionen zu Nachfrage führen sollen, wird ein komplett technokratisches Theoriegebäude aufgebaut. Denn Investitionen werden nur getätigt, wenn der Absatz erwartbar steigt. Und um dies erkenne oder gar steuern zu können, muss unbedingt der Endverbraucher in die Rechnung einbezogen werden, da nur er die Wirtschaft steuert. Es wurde noch keine Wirtschaftskrise allein von Unternehmen beendet. Meist waren es Nachfragesteigerungen, am bekanntesten wohl der Zweite Weltkrieg, der die große Depression endgültig aus dem Weg räumte und zumindest in den USA für zwei Jahrzehnte zu einem ununterbrochenen Boom führte.

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