Rousseaus „Du Contract Social“ – Hauptwerk der Aufklärung

Die Absolutismus und dem darauf beruhenden Gottesgnadentum verhaftete Staatsidee des späten 18. Jahrhunderts beruhte auf langen Jahren der Gewöhnung an feste Strukturen und die Idee, das ein einzelner Mensch das Beste für alle bedenken kann. Doch die Aufklärung und besonders Rousseau haben dieser Idee ein Ende gesetzt, als sie feststellten, dass eben nicht immer der Staatswunsch dem Wunsch des Einzelnen entsprochen hat. Die Erfindung des Gemeinwohls, das eine Summe der Wünsche aller Bürger darstellt, kam in dieser Zeit wie ein schlummernder Riese empor. Die Auswirkungen dieses Gedankenguts auf die Französische Revolution und Staatsformen jeglicher Couleur sind kaum benennbar. Schließlich wollte jede Demokratie und jede Diktatur nur das „Beste“ für die Mehrheit.

Rousseaus Glaube an die Schwarmintelligenz

In dem Werk über den Contrat Social entwirft Rousseau als erster die Idee, dass viele Ideen zu einem großen Ganzen zusammenkommen können, wodurch eben das Gute Ziel für die Mehrheit entstehen kann, wenn nur lange genug danach gesucht wird. Doch auch in den grundlegendsten Wünschen sind sich die Menschen nicht einig und so müssen immer von irgendjemandem Abstriche gemacht werden. Denn auch wenn es viele sind, die die Idee vertreten, werden einfach nicht alle genau diesen Weg beschreiten wollen. So musste erst die Idee entwickelt werden, dass die Diktatur der Mehrheit Zusammenleben erst möglich macht. Denn nur wenn Regeln funktionieren, kann eine Gesellschaft im Ganzen existieren; nur wenn sich alle einig sind, dass man auf kleine Dinge verzichten muss, um große, ganze Dinge zu erschaffen und zu ermöglichen, ist der soziale Vertrag unterschrieben und das große Ganze funktioniert; wenigstens teilweise.

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