Methoden der Bilanzpolitik

Unter Bilanzpolitik versteht man alle Maßnahmen, mit denen das Ergebnis oder der Ausweis einzelner Posten in der Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung gezielt beeinflusst werden. Selbstverständlich ist Bilanzpolitik nur im Rahmen der geltenden Gesetze zulässig. Ansonsten handelt es sich um Bilanzmanipulation oder sogar -fälschung, die verfolgt und mit hohen Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet wird.

Die Ziele der Bilanzpolitik

Mit der Bilanzpolitik verfolgen die für den Jahresabschluss Verantwortlichen ganz unterschiedliche Ziele. Gegenüber Banken kommt es gerade in schwierigen Zeiten darauf an, möglichst hohe Ergebnisse auszuweisen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn in ertragsstarken Jahren ein paar Reserven gebildet werden sollen, damit die Ausschüttungen an die Anteilseigner nicht zu hoch ausfallen. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass die einzelnen Methoden nicht willkürlich von einem Jahr zum anderen gewechselt werden dürfen. Außerdem müssen die gewählten Methoden im Anhang angegeben werden.

Instrumente der Bilanzpolitik

Sowohl im Bereich des Bilanzansatzes als auch der Bewertung hat der Gesetzgeber zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, Bilanzpolitik zu betreiben. So kann man zum Beispiel bei der Vorratsbewertung zwischen verschiedenen Verbrauchsfolgeverfahren wählen. Je nachdem für welche Methode man sich entscheidet, fällt die Bewertung der Vorräte unterschiedlich aus. Nach Zusammenschlüssen von Unternehmen hat die Gesellschaft, die die Anteile an einem anderen Unternehmen gekauft hat, die Möglichkeit, einen Geschäfts- oder Firmenwert anzusetzen. Genauso kann mit der Wahl der Abschreibungsmethode die Bewertung der Gegenstände des Anlagevermögens gesteuert werden. Die gesetzlichen Regeln für Bilanzpolitik ändern sich relativ oft, so dass es entscheidend ist, dass man ständig auf dem Laufenden bleibt. Fachliteratur und Kurse der IHK stellen eine gute Möglichkeit dar, sich umfassend zu informieren.

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