Finanzinstrumente – unentbehrliche Faktoren des Finanzwesens

Im Sinn des deutschen Kreditwesengesetzes (KWG) umfassen Finanzinstrumente Ansprüche und Verpflichtungen in Zusammenhang mit dem Austausch von Zahlungsmitteln. Zu den Finanzinstrumenten zählen Effekten, Instrumentarien des Geldmarktes wie Genussscheine oder Optionen, darüber hinaus Devisen, Rechnungseinheiten und Derivate.

Funktionsweise von Finanzinstrumenten

Rechtlich gesehen stellt ein Finanzinstrument einen Vertrag dar, der bei einem Vertragspartner zur Bildung eines Vermögenswertes in Form von Bargeld, Eigenkapitalinstrumenten Dritter oder vertraglichen Ansprüchen führt, und beim anderen eine finanzielle Verbindlichkeit aufgrund einer vertraglichen Verpflichtung zur Folge hat. Dies kann die Verpflichtung zur Übertragung von Finanzinstrumenten oder zur Durchführung eines für das Unternehmen nachteiligen Wertausgleiches durch Austausch von Finanzinstrumentarien beinhalten. Nach den Normen der internationalen Bilanzierung nach IFRS (International Financial Reporting Standards) bzw. IAS (International Accounting Standards) umfassen Finanzinstrumente sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, welche eine Folge des Austausches von Zahlungsmitteln sind. Unter einem Vermögenswert wird nach IAS/IFRS eine durch ein vergangenes Ereignis entstandene materielle oder immaterielle Ressource verstanden, über welche die bilanzierende Einheit die Verfügungsgewalt besitzt und von der in Zukunft ein wirtschaftlicher Nutzeffekt erwartet werden kann.

Arten der Finanzinstrumente

  1. Wertpapiere
    Gemäß KWG umfassen Wertpapiere alle auf Finanzmärkten handelbaren Effekten mit Ausnahme von Instrumenten des Zahlungsverkehrs. Insbesondere sind das Aktien, Anteile an Gesellschaften und Unternehmen, sowie Schuldtitel. Rechtlich stellt ein Wertpapier einen Anteil am Investmentvermögen der emittierenden Kapitalanlagegesellschaft dar.
  2. Genussscheine und Optionsscheine
    Optionsscheine stellen das Recht auf den Kauf oder Verkauf eines Basiswertes (z.B. Aktien oder Anleihen) zu einem vorher festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Frist dar. Genussscheine verbriefen ein Genussrecht, meist wird darunter die Rückzahlung des einbezahlten Betrages am Ende der Laufzeit zum Nominalwert einschließlich Zinsen verstanden.
  3. Derivative Instrumente
    Derivative Finanzinstrumente umfassen mit zeitlicher Verzögerung ablaufende Geschäfte, deren aktueller Wert von Kurs, Preis, oder Wert eines Referenzwertes abhängt. Als Referenzwerte können etwa Leitzinssätze, Indices oder Termingeschäfte dienen.
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