Close Out zur Verminderung von Ausfallrisiken

Sicherheit durch Close out-Vereinbarungen

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet „to close out“ etwas ausbuchen. Close out steht für einen Abschluss und einen Kassensturz. Konkret vereinbaren zwei Vertragsparteien mit einer Close Out-Klausel die Möglichkeit einer vorzeitigen Beendigung ihrer Vertragsbeziehung mit sofortiger Wirkung. Nach Abgabe dieser Willenserklärung enden mit ihrem Wirksamwerden unverzüglich die gegenseitigen vertraglichen Beziehungen. Der ursprüngliche Vertrag gilt als juristisch aufgehoben. Mit diesem Schritt werden alle gegenseitigen Verbindlichkeiten, wie auch die jeweiligen Forderungen gegeneinander aufgerechnet. Als Ergebnis dieser Berechnungen verbleiben lediglich die in dem errechneten Saldo bestehenden Ansprüche begründet – eine sofortige Ausgleichszahlung ist in Folge zu leisten.

Voraussetzung für das Wirksamwerden

Die Voraussetzung für diese Klausel ist der Eintritt eines vorab dediziert definierten Ereignisses. Bei Vertragsschluss ist klar zu bestimmen, welche Vertragsverletzungen oder diesen gleichzustellende Ereignisse zur Aufrechnung infolge Aufhebung führen. Mit dem Wirksamwerden der Beendigung des entsprechenden Vertrages entfernen die Vertragspartner den geschlossenen Vertrag aus ihren Büchern und gleichen den Differenzbetrag, nach festgelegten mathematischen Formeln errechnet, aus. Mit dem Close out, der sogenannten Glattstellung, ist dieser Unterschiedsbetrag mit Datum der Vertragsauflösung fällig und zu begleichen.

Absicherung von Devisenaustauschgeschäften

Das Ausbuchen der entsprechenden Forderungen gehört zu einer modernen Praxis der Absicherung im Bereich der Geschäftstätigkeit von Kreditinstituten und Industrieunternehmen. Mithilfe dieser Praxis werden zum Beispiel im Falle der Insolvenz einer der Vertragsparteien alle offenen Transaktionen beendet und damit das Risiko durch Fremdverluste gemindert. Alle laufenden Termingeschäfte enden unmittelbar vor einer Insolvenz eines der beiden Vertragspartner. Juristen sprechen hierbei von der juristischen Sekunde – vor dem Insolvenztatbestand, in der der Beendigungsfall eintritt.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: